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Der Zusammenfalter (Fürther Nachrichten 2022)

KULTURLOKAL

Der südkoreanische, in Fürth lebende Künstler Inkyu Park macht sich mit Verpackungsresten einen eigenen Reim auf berühmte Skulpturen.

VON SABINE REMPE

Eigentlich nett, dass es wenigstens ein paar Punkte gibt, in denen sich alle einig sind. Diese Skulptur zum Beispiel, die jeder besucht, der je in die Vatikanischen Museen kommt.

Ein Mann mit Bart und beachtlichem Six Pack wird genau wie seine relativ zierlich geratenen Söhne von Schlangen getötet. Nicht beruhigend, aber berühmt, und jedes

bessere Kunstlexikon behauptet, dass wir es hier mit dem Inbegriff antiker Kunst zu tun haben.

Haben wir das? Dann herzlichen Glückwunsch, Fürth, Im Pop-up-Pro-jekt von Kulturamt und Wirtschaftsreferat am Bahnhofplatz 2 ist, so gesehen, derzeit nämlich mindestens der Inbegriff der Kunst schlechthin zu Gast.

Das erscheint ein bisschen weit hergeholt? Den Beweis erblickt, wer das kultur.lokal.fürth betritt: Inkyu Park hat die Laokoon-Gruppe mitgebracht. Wahrscheinlich murmelt jetzt der eine oder andere: Aber das ist doch nicht das Original, das steht doch im Vatikan! Was leider ein Irrtum ist. Die mächtige Marmorskulptur dort ist ein Artefakt, das aus wiederentdeckten Fragmenten und Rekonstruktionen besteht.

„Identisch mit dem Original“

Möglicherweise handelt es sich ohnehin um die zusammengebastelte Kopie einer Bronzearbeit, die seit Jahrhunderten verschwunden ist. Wer also möchte jetzt Inkyu Park ins Wort fallen, wenn der sagt: „Meine Skulptur ist ein Original.“ Und da er, wie wir alle, das Original der Laokoon-Gruppe nie gesehen hat, heißt seine Schlussfolgerung unwiderlegbar: „Meine Arbeit ist identisch mit dem Original.“

Das könnte man jetzt eine Extra-Portion Hybris nennen, doch der Künstler hat dem vorgebeugt, indem er seine Zeit im Fürther Kulturlokal unter den Titel Digital Parody

gestellt hat. Eine digitale Parodie also. Was endlich dazu führt, über die Kunstfertigkeit von Parks Arbeit zu sprechen.

Der 38-Jährige hat ausgeschnitten, geklebt und verstärkt – seine Skulpturen sind aus benutzten Getränkekartons gearbeitet. Verpackungsreste, die Milch enthielten oder Orangensaft.

Aber halt: Inkyu Park macht eben kein Upcycling, benutzt keinen Müll, um noch einmal irgendetwas Hübsches damit zu machen. Sein Ansatz: Der Denker in seiner Fürther Ausdeutung – Mit Hilfe eines PC-Programms und zahlloser Getränkekartons hat sich Inkyu Park ans berühmte Werk gemacht, das von zierlichen Bambusstäbchen getragen wird.

Er hat einen komplett anderen Ansatz. Ihm geht es vielmehr um die Idee, die von Anbeginn an der Skulpturengruppe innewohnte, und er ist sich sicher, dass die Schönheit des Erhabenen aus dem antiken Griechenland in seine Getränkekarton-Arbeit übertragen wurde.

Sein Material ist wesentlich und wird zur Grundlage des Verstehens, nicht zuletzt, weil für ihn Konsum die „religiöse Praxis“ ersetzt hat.Was vom Konsum übrig blieb

Eine Feststellung, die freilich nicht als generelle Konsumkritik verstanden werden soll. Der Künstler stellt zunächst einmal schlicht einen Ist-Zustand fest und arbeitet mit dem, was als logische Schlussfolgerung auf der Hand liegt – mit dem, was vom Konsum übrig blieb, mit allen Anmutungen des Gebrauchs, von der Kalorienangabe bis zum Verfallsdatum.

Rein praktisch bedeutet das, dass Park die Abbildungen von Ikonen der Kunstgeschichte mit Hilfe eines speziellen PC-Programms in etwa handtellergroße Polygone – das sind Vielecke – aufteilen lässt. Daraus erstellt er Schnittbögen, die er unendlich geduldig auseinanderschneidet und dann dreidimensional zusammenklebt.

Wohl wissend, dass Zahlen immer reichlich Eindruck machen, rechnet der Künstler vor: „Laokoon besteht bei mir aus 22.468 Ecken. Ein halbes Jahr habe ich nur ausgeschnitten, das nächste halbe Jahr zusammengefügt und dabei einen halben Liter Sekundenkleber und zehn Kilo Heißkleber benutzt.“ Im Inneren zusammengehalten werden seine Arbeiten von zahlreichen zierlichen Bambusstäbchen, deren Befestigung an die Takelage eines mächtigen Schiffs erinnert.

Betrachtung der Natur der Kunst vor dem 'Louvre-Projekt'

Was kann Kunst genannt werden? Schöne Dinge oder etwas, das die Zeit repräsentiert? Wenn man darüber nachdenkt, was die Grundlagen der Kunst sind, stößt man auf endlose Fragen. Der Mensch steht immer im Mittelpunkt der Kunst. Kunstwerke werden nur vom Menschen geschaffen. Künstler versuchen seit Tausenden von Jahren, etwas in uns zu offenbaren, von der Antike bis heute. Was ist ihre Identität? Das Format und die Methode der Kunstproduktion haben sich im Laufe der Zeit verändert. Durch das, was sie geschaffen haben, können wir die einzigartigen Merkmale jeder Ära entdecken und akademisch erklären.

Wenn man sich das riesige Museum ansieht, gibt es viele Kunstwerke. Wir bezeichnen Artefakte aus verschiedenen Epochen, die bis heute überliefert wurden, als zeitgenössische Kunstwerke. Was sind die Werke, die unzählige Künstler seit der Antike geschaffen haben? Und was machen die Künstler von heute? Eines Tages kam mir plötzlich dieser Satz in den Sinn: Ausdruck von Ideologie.

Ich dachte, es könnte richtig sein, das Wort "Kunst" so zu interpretieren. Die Kunstgeschichte beginnt mit der Geschichte der Menschheit. Lassen Sie mich ein Beispiel anhand eines Artefakts geben.

Ein Relikt des alten Ägypten ist die "Narmer-Palette". Buchstaben und Bilder sind direkt in eine Steinplatte eingraviert. Wir führen dies als das erste historische Dokument der Menschheit ein. Der Prozess, wie König Narmer das alte Ägypten vereinigte, wurde auf einer Steinplatte verewigt. Aber nicht nur der Name des Königs, der als erster Pharao gilt, und seine historischen Errungenschaften sind dort verzeichnet. Auf dieser Steinplatte wird auch die Ideologie dargestellt, die die alte ägyptische Dynastie regierte. Die Hinweise, die dieses Artefakt liefert, ermöglichen es uns, den Geist, der das alte ägyptische Reich stützte, zu erahnen. Künstler existieren auch heute noch, nach mehr als 5000 Jahren.

Eine fortschrittliche Zivilisation, Wissenschaft und Technologie haben die Methoden und Materialien für die Kunst verändert. Aber die Natur der künstlerischen Darbietungen hat sich nicht verändert. Heute wird die immaterielle Ideologie, die die Menschen beherrscht, durch die Künstler ausgedrückt.

Der Louvre

Ich habe ein Museum in Frankreich ausgewählt, um ein neues Projekt zu realisieren. Im Inneren des Museums werden Relikte aus verschiedenen Zivilisationen der Menschheit ausgestellt. Lassen Sie uns diese Dinge einmal aus einer neuen Perspektive betrachten. Die zahlreichen Relikte, die diesen Ort füllen, sind sichtbare Fragmente von Ideologie. Die Statuen hier sind sehr anziehend. Hier kann man die verschiedenen Ideologien spüren, die die Menschheit in der Vergangenheit beherrschten. Die zwei größten Elemente, die Zivilisationen ausmachen, sind Buchstaben und Städte. Städte, Architektur und Statuen sind innerhalb einer einzigen Liste von Autorität miteinander verbunden.

Das Louvre-Museum in Frankreich, symbolisiert durch die modernen Glas-Pyramiden, hat eine globale Autorität. Die alten Statuen hier werden inzwischen in 3D-Dateien reproduziert. Ähnlich wie die Buchstaben sind digitale Daten eine Form von Symbolen. Skulpturen, die als Symbole gespeichert sind, werden erneut durch verschiedene Prozesse reproduziert. In diesem Prozess wird ein Material namens Getränkekarton verwendet, um geometrische Formen und Konsum mithilfe von Polygonen zu offenbaren. Durch das Werk, durch das reproduzierte Objekt, möchte ich eine Frage stellen: Welche Autorität hat das Originalheute noch?

Dies ist eine moderne Parodie unter Verwendung von Digitaltechnik. Parodie ist eine der großartigen Methoden, um ein Kunstwerk zu vervollständigen. Denn Parodie bringt das falsche Bewusstsein der Ideologie zum Vorschein. Hier stellt sich eine wichtige Frage: Was ist der Geist, der die Menschheit heute beherrscht?

Es ist das Material.

Die materialistische Weltanschauung hat die Welt auf den Kopf gestellt. Durch seine einzigartige Methode der Zergliederung verwirft der Postmodernismus alle Werte, die der Modernismus hervorgebracht hat.

Wir durchschreiten einen langen Tunnel der Revolution. Kannst du das Ende dieses dunklen Tunnels jetzt sehen? Ein neuer Schatten der Menschheit zeigt sich langsam hinter unserem Rücken, aus dem unbekannten Licht, das sich am Ende des Tunnels erstreckt.

Nach der Auflösung aller Ideologien, die den Modernismus prägten, wird alles, was wir wussten, der Vergangenheit angehören. Sei nicht überrascht. Die westliche Gesellschaft hat all dies bereits akzeptiert. Eine neue Ära, die unter der Kontrolle einer neuen Ideologie steht, ist bereits in Sicht. Dies ist etwas, das bereits vorhergesagt wurde.

Religion hat eine dichotome Struktur, wie schwarz und weiß, gut und böse. Ideologie hat auch dieselbe Struktur. In den letzten fünfzig Jahren hat sich der religiöse Kult des Materials in der westlichen Gesellschaft verstärkt. Das liegt daran, dass das Material den Menschen beherrscht. Es ist bereits bewiesen, dass der Mensch nicht frei von Kontrolle ist.

Die Konsumaktivitäten der Menschen sind extrem künstlich. Die Stadt ist voller künstlicher Strukturen. Fast alle menschlichen Handlungen sind grundlegend gegen die Natur. Das ist die Wahrheit. Was genau sind Menschen? Niemand hat die Antwort darauf. Existenzielle Angst: Das ist die Begrenzung des Menschen. Wir sind alle in einer tiefen inneren Seele erschreckt. Aber wir können nicht beweisen, wovor wir Angst haben. Hier beginnt das ganze Problem. Kannst du den Fluss der großen Revolution bemerken, der zu Religion – Arbeit – menschlicher Sexualität führt? Die Revolution, die die Entfremdung des Menschen lösen soll, führt paradoxerweise dazu, dass sie von Materialien beherrscht wird. Jetzt müssen wir überlegen, was die Natur dessen bedeutet und ob wir wirklich frei von Ideologie sind. Meine Arbeit begann mit der Erforschung der Beziehung zwischen Mensch und Stadt. Und heute stehe ich vor dem autoritären Museum. Ich werde die Tür hier öffnen und eintreten. Und ich werde bekannt geben, dass eine neue Welt vor der Menschheit liegt. Ich hoffe, du missverstehst das nicht. Dies ist keine Kritik am Kapitalismus. Die Kritik am Kapitalismus ist eine veraltete Idee. Die Hegemonie wurde bereits übernommen.

Meine Arbeit ist im Gegenteil eine Kritik an der Ideologie, die die Menschheit in einer neuen Ära beherrscht. Lassen Sie mich kurz erklären, warum ich Getränkekarton verwende. Das liegt daran, dass es durch künstlichen Konsum in künstlichen Räumen erhältlich ist. Durch Konsum hat sich der religiöse Kult des Menschen beschleunigt, wie bereits erwähnt. Ich werde die Skulpturen des Louvre mit dem bereits konsumierten Getränkekarton parodieren. Und wenn dies geschehen ist, wird die Ideologie, die das neue Zeitalter beherrscht, durch das Werk ausgedrückt.

Die Macht der Zeit

Die Kongresshalle Nürnberg ist ein Bauwerk, das bis heute als Symbol der totalitären Macht des Nationalsozialismus wahrgenommen wird. Jedes Mal, wenn ich vor diesem Gebäude stehe, denke ich über Geschichte und über den Menschen nach.

Ich bin Koreaner und lebe seit etwa sechzehn Jahren in Deutschland. Deutschland war für mich zunächst ein Land mit einer anderen Sprache, einer anderen Kultur und einem anderen Erscheinungsbild. Heute empfinde ich dieses Land als vertraut. Deshalb vergleiche ich oft Deutschland und Korea und frage mich, worin ihre Unterschiede liegen.

Dabei bin ich auf die Wörter „Schuld“ und „Entschuldigung“ aufmerksam geworden. Ich glaube nicht, dass sich diese Begriffe vollständig ins Koreanische übersetzen lassen. Sprache trägt immer auch die Geschichte und das Menschenbild einer Gesellschaft in sich.

Seit vielen Jahren beschäftigt mich die Frage, was ein Individuum eigentlich ist. Ein Individuum ist für mich nicht einfach ein einzelner Mensch. Es ist ein Mensch, der Freiheit besitzt und Verantwortung übernehmen kann. Ein Mensch, der für sein Handeln einsteht und zugleich andere Menschen als gleichwertige Personen anerkennt.

Die Entwicklung der westlichen Zivilisation steht meiner Ansicht nach in engem Zusammenhang mit dem Entstehen dieses neuen Menschenbildes. Deutschland befindet sich historisch im Zentrum dieser Entwicklung. Dass Deutschland nach der Erfahrung des Nationalsozialismus den Weg zurück zu einer demokratischen Gesellschaft finden konnte, hängt für mich auch mit diesem Verständnis des Individuums zusammen.

Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes beginnt mit den Worten: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Alle staatliche Gewalt ist verpflichtet, sie zu achten und zu schützen. Dieser Satz bildet bis heute das Fundament der deutschen Demokratie.

Das Wort „Entschuldigung“ bedeutet für mich deshalb mehr als eine bloße sprachliche Geste. Es verweist auf die Fähigkeit des Menschen, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen. Freiheit und Verantwortung gehören untrennbar zusammen.

Heute möchte ich jedoch noch auf etwas anderes aufmerksam machen. Nicht weit von hier, auf der anderen Seite der geteilten koreanischen Halbinsel, leben Menschen bis heute unter einer brutalen Diktatur. Politische Gefangenenlager sind dort keine Erinnerung an die Vergangenheit, sondern Realität der Gegenwart. Viele Menschen leben dort ohne Freiheit und ohne Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben. Auch in anderen Teilen der Welt werden Menschen aufgrund politischer, religiöser oder gesellschaftlicher Verhältnisse unterdrückt.

Ich wünsche mir, dass wir diese Menschen nicht vergessen. Denn die Würde des Menschen ist kein nationales, sondern ein universelles Prinzip.

Während meiner Beschäftigung mit der Kongresshalle habe ich erfahren, dass dieses Gebäude ursprünglich eine Höhe von 70 Metern erreichen sollte. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden die Bauarbeiten jedoch eingestellt. Das Gebäude blieb bei etwa 40 Metern Höhe unvollendet.

Diese Unvollendetheit erscheint mir heute als ein starkes Symbol. Der totalitäre Anspruch, Geschichte und Gesellschaft dauerhaft beherrschen zu können, blieb unvollendet. Heute sprechen wir in diesem Raum nicht mehr über Macht und Unterwerfung, sondern über Kunst, Erinnerung und Freiheit.

Meine Arbeiten entstehen aus recycelten Getränkekartons. Dieses Material trägt die Spuren von Konsum, Produktion und Alltag in sich. Durch seine Transformation in Skulpturen richte ich meinen Blick auf die materialisierte Wirklichkeit unserer Gegenwart.

Wir leben in einer Zeit, in der materielle Werte häufig zum Maßstab menschlicher Existenz geworden sind. Erfolg, Status und Anerkennung werden oft über Besitz, Leistung und Vergleich definiert. Doch ich frage mich, ob der Mensch wirklich auf materielle Prozesse reduziert werden kann.

Wenn menschliche Gefühle lediglich materielle Phänomene wären, könnten wir die Gefühle anderer Menschen nicht nachempfinden. Die Fähigkeit zur Empathie zeigt jedoch, dass der Mensch mehr ist als ein materielles Wesen. Wir können Freude, Leid, Hoffnung und Angst anderer Menschen teilen. Gerade dadurch erkennen wir einander als gleichwertige Personen an.

Deshalb ist das Individuum für mich kein kalter oder isolierter Begriff. Ein Individuum ist ein Mensch, der fähig ist, andere Menschen wahrzunehmen, mit ihnen mitzufühlen und Verantwortung für sie zu übernehmen.

An diesem Ort möchte ich deshalb die Frage stellen, ob Materialismus nicht selbst zu einer Form von Herrschaft werden kann. Menschen und ganze Gruppen geraten in einen endlosen Wettbewerb, um sich selbst zu beweisen. Um ein Gefühl von Überlegenheit zu gewinnen, werden andere abgewertet, ausgegrenzt oder sogar schikaniert. Die eigene Identität wird nicht mehr aus der gemeinsamen Menschlichkeit gewonnen, sondern aus dem Vergleich mit anderen.

Ich sehe darin eine Weise, wie die Ideologie des Materialismus auf Menschen wirkt. Sie lenkt den Blick auf Konkurrenz statt auf Mitgefühl, auf Überlegenheit statt auf Würde, auf Besitz statt auf Menschlichkeit.

Mit meinen Arbeiten möchte ich deshalb nicht nur Objekte schaffen. Ich möchte Fragen stellen: Wie wollen wir miteinander leben? Was macht den Menschen aus? Und wie können wir die Würde des Einzelnen bewahren, ohne den Blick für die anderen zu verlieren?

Vielleicht liegt die Antwort nicht in dem, was wir besitzen, sondern in unserer Fähigkeit, die Freiheit, die Würde und die Verletzlichkeit anderer Menschen als etwas Eigenes zu erkennen.

Curtain N°1, 2024

Wir befinden uns gesellschaftspolitisch in einer Zeit des Umbruchs. Es findet ein starker Rückzug ins Private und Häusliche statt, welcher durch die Corona-Pandemie begünstigt wurde. Homeoffice anstelle des Büroalltags, Online-Shopping von Waren sowie Lebensmittelbestellungen, die direkt nach Hause geliefert werden – viele von uns müssen kaum mehr einen Fuß vor die Tür setzen, um ihr tägliches Soll zu erfüllen. Gleichzeitig nehmen Probleme wie Einsamkeit, Depression und Burn-out weiter zu. Es entsteht eine immer größer werdende Distanz zwischen dem einzelnen Individuum und dem, was wir als Gemeinschaft bezeichnen – auch wenn uns Social Media das Gegenteil vorgaukelt. Online ist man immer mittendrin. Doch sobald wir das Smartphone weglegen, sitzen wir wieder allein auf dem Sofa. Das Projekt „Curtain N°1“ thematisiert diese zunehmende Distanz des Individuums zu seiner Gemeinschaft und die daraus resultierende Einsamkeit vieler Menschen. Der Vorhang besteht aus silbernem, undurchsichtigem Getränkekarton und wirkt wie eine Wand, die keine Blicke auf die andere Seite zulässt. Der Getränkekarton ist ein Konsumprodukt, das gebraucht und verbraucht wird – eine Anspielung auf unsere materialistische Gesellschaft, die ihren Frust im Shopping ertränkt und dadurch immer mehr Müll produziert. Der große 3D-Vorhang wurde mithilfe eines Computerprogramms entworfen. Anschließend wurden alle Einzelteile von Hand sorgfältig ausgeschnitten, zusammengeklebt und mit einer Konstruktion aus Holzstäben, Heißkleber und Garn verbunden.

Laokoon-Gruppe, 2020–2021

Die antike griechische Skulptur „Laokoon-Gruppe“ im Vatikan galt lange Zeit als das Original. Es wird jedoch angenommen, dass ursprünglich eine Bronzeversion existierte, die später zerstört wurde. Seit der Wiederentdeckung dieser Skulptur wurden zahlreiche Kopien angefertigt, die für ihre Schönheit gepriesen wurden. Diese Nachbildungen galten bald als Symbol für Reichtum und Ansehen – und der Name aus der griechischen Mythologie hat sich bis heute erhalten. Heutzutage ist es leicht, im Internet eine 3D-Datei dieser Replikate zu finden. Ich habe dieses Werk in Getränkekarton parodiert, um auf denGeist und die verfälschte mythologische Wahrnehmung unserer Gegenwart hinzuweisen. Der Umgang mit dem Material steht in direktem Zusammenhang mit dem fertigen Objekt – das Material selbst ist von Bedeutung. Getränkekarton ist ein zylindrischer Behälter für Konsumgüter, dessen Oberfläche Informationen über das Produkt trägt – grafische Designs, die den Konsum anregen sollen. Nach dem Gebrauch wird dieses Material einfach weggeworfen. Wenn man sich dieses Material nicht bewusst macht, kann man weder dieses Werk noch meine Intentionen verstehen. Das Material hat die Autorität übernommen. Es stimuliert menschliches Begehren. Konsum ist zu einer Form der Verehrung des Materiellen geworden – und das ist der Geist unserer Zeit.

Der Denker, 2019

Die Spannung, die durch den Körper des gequälten Mannes fließt, lässt mich darüber nachdenken, wer ich bin und warum ich existiere. Als ich diese Arbeit schuf, hatte ich Rodins „Der Denker“ noch nie persönlich gesehen – und gerade dieser Umstand war ein entscheidender Aspekt dieser Arbeit. Die Skulptur ist so berühmt, dass viele Menschen sie sofort wiedererkennen, selbst wenn sie das Original nie mit eigenen Augen gesehen haben. Das ist eine Form von Simulakrum. Für mich war meine Skulptur mit dem Original identisch – eben weil ich das Original damals nie gesehen hatte. So stellt sich die Frage: Was bedeutet Originalität wirklich?

Die verhüllte Vestalin

Diese Büste ist eine Parodie auf das Werk „Die Verhüllte Vestalin“ des Künstlers Raffaelle Monti aus dem 19. Jahrhundert. Das Werk wurde in der von mir für die 2020er-Jahre definierten Arbeitsmethode der „Digitalen Parodie“ geschaffen. Die Reinheit und Geheimnisvolligkeit, die Montis Original symbolisiert, werden im neu entstandenen digitalen Raum der Menschheitsgeschichte neu interpretiert – und durch verbrauchte Getränkekartons, ein Symbol der modernen Konsumgesellschaft, neu erschaffen. Mit dieser Arbeit untersuche ich die Beziehung zwischen Original und Simulakrum, Klassik und Moderne sowie Materie und Geist.

Spartacus (Louvre-Projekt N°2), 2021–2022

Kunst ist Teil der Menschheitsgeschichte – ihre Werke sind sichtbare Fragmente von Ideologien und Ausdruck menschlicher Erfahrung. Der Louvre als Ort kultureller Autorität vereint unzählige Zeugnisse dieser Geschichte, darunter auch die Skulptur Spartacus, die heute digitalisiert existiert.

In seiner Arbeit parodiert Park das Original, indem er digital vervielfältigte Daten mit verbrauchten Getränkekartons kombiniert. Diesen Prozess nennt er „digitale Parodie“ – eine Strategie, die ein Simulakrum erzeugt und die Idee von Originalität neu verhandelt.

Er untersucht damit in einer digitalen Welt die Bedeutung des „Originals“ und spiegelt über das Material die Strukturen einer globalen Konsumgesellschaft wider – ein Abbild des heutigen Menschen.

Die Figur des Sklaven und Gladiators Spartakus, der sich vor über 2.000 Jahren gegen die Macht erhob, wurde im 19. Jahrhundert von Denis Foyatier in Marmor verewigt. Sie steht bis heute als Symbol des Widerstands gegen Ungerechtigkeit.

Die aus recycelten Getränkekartons geschaffene Skulptur richtet den Blick auf das Wesentliche – auf das, was jenseits des Materiellen für das menschliche Leben wirklich Bedeutung hat – und spiegelt zugleich ein Fragment unserer Gegenwart.

English

The Folded-Together (Fürther Nachrichten 2022)

KULTURLOKAL

The South Korean artist Inkyu Park, who lives in Fürth, creates his own interpretation of famous sculptures using remnants of packaging.

BY SABINE REMPE

It is actually nice that there are at least a few things on which everyone agrees. This sculpture, for example, is something everyone who has ever visited the Vatican Museums has seen.

A bearded man with an impressive six-pack is being killed by snakes, together with his relatively delicately built sons. Not exactly reassuring, but famous, and every respectable art encyclopedia claims that this is the epitome of ancient art.

Is it? Then congratulations, Fürth. At the pop-up project of the Department of Culture and the Department of Economic Affairs at Bahnhofplatz 2, the epitome of art itself is currently on display, at least in that sense.

That seems a little far-fetched? Anyone who enters kultur.lokal.fürth can see the proof: Inkyu Park has brought the Laocoön Group with him. One or another visitor will probably object: But that is not the original; the original is in the Vatican! Unfortunately, that is a misconception. The monumental marble sculpture there is an artifact consisting of rediscovered fragments and reconstructions.

“Identical to the Original”

It may well be that it is itself an assembled copy of a bronze work that disappeared centuries ago. So who would want to interrupt Inkyu Park when he says: “My sculpture is an original.” And since he, like all of us, has never seen the original Laocoön Group, his conclusion seems irrefutable: “My work is identical to the original.”

One might call this an extra portion of hubris, but the artist has anticipated this by giving his time at Fürther Kulturlokal the title Digital Parody.

A digital parody, then. Which finally brings us to the craftsmanship of Park’s work.

The 38-year-old has cut, glued and reinforced his sculptures – they are made from used beverage cartons. Packaging remnants that once contained milk or orange juice.

But wait: Inkyu Park is not doing upcycling, using waste to make something pretty once again. His approach is completely different. His The Thinker, in its Fürth interpretation, was created with the help of a computer program and countless beverage cartons and is supported by delicate bamboo sticks.

He has a completely different approach. He is much more concerned with the idea that was inherent in the sculpture group from the very beginning, and he is convinced that the beauty of the sublime from ancient Greece has been transferred into his work made from beverage cartons.

His material is essential and becomes the basis for understanding, not least because, for him, consumption has replaced “religious practice.”

What Remained of Consumption

This observation should not, however, be understood as a general critique of consumption. The artist is initially simply establishing a state of affairs and working with what follows logically from it – with what remains of consumption, including all the traces of use, from calorie information to expiration dates.

In practical terms, this means that Park has images of icons from art history divided by means of a special computer program into approximately palm-sized polygons – that is, many-sided geometric forms. From these, he creates cutting templates, which he cuts apart with seemingly endless patience and then glues together three-dimensionally.

Knowing full well that numbers always make an impression, the artist calculates: “My Laocoön consists of 22,468 vertices. I spent half a year just cutting, another half a year assembling it, using half a liter of superglue and ten kilograms of hot glue.” Inside, his works are held together by numerous delicate bamboo sticks, whose attachment resembles the rigging of a mighty ship.

Considering the Nature of Art Before the “Louvre Project”

What can be called art? Beautiful things, or something that represents its time? When we think about the foundations of art, we encounter endless questions. The human being is always at the center of art. Works of art are created only by human beings. For thousands of years, artists have tried to reveal something within us, from antiquity to the present. What is their identity? The form and method of artistic production have changed over time. Through what they have created, we can discover and academically explain the unique characteristics of each era.

When we look at a vast museum, there are many works of art. We call artifacts from different periods that have survived to the present day contemporary works of art. What are the works that countless artists have created since antiquity? And what do artists today do? One day, a sentence suddenly came to my mind: Expression of ideology.

I thought it might be appropriate to interpret the word “art” in this way. The history of art begins with the history of humanity. Let me give an example using an artifact.

A relic from ancient Egypt is the Narmer Palette. Letters and images are directly engraved into a stone slab. We introduce it as the first historical document of humanity. The process by which King Narmer unified ancient Egypt was preserved on a stone slab. But it does not record only the name of the king, who is considered the first pharaoh, and his historical achievements. The ideology that governed the ancient Egyptian dynasty is also represented on this stone slab. The evidence provided by this artifact allows us to sense the spirit that supported the ancient Egyptian kingdom. Artists still exist today, more than 5,000 years later.

An advanced civilization, science and technology have changed the methods and materials of art. But the nature of artistic expression has not changed. Today, the immaterial ideology that governs people is expressed through artists.

The Louvre

I chose a museum in France in order to realize a new project. Inside the museum, relics from different civilizations of humanity are exhibited. Let us look at these things from a new perspective. The numerous relics that fill this place are visible fragments of ideology. The statues here are highly compelling. Here one can sense the various ideologies that governed humanity in the past. The two greatest elements that constitute civilizations are letters and cities. Cities, architecture and statues are connected within a single system of authority.

The Louvre Museum in France, symbolized by its modern glass pyramids, possesses global authority. The ancient statues here are now being reproduced as 3D files. Like letters, digital data are also a form of symbols. Sculptures stored as symbols are reproduced again through various processes. In this process, a material called beverage carton is used to reveal geometric forms and consumption through polygons. Through the work, through the reproduced object, I want to ask a question: What authority does the original still possess today?

This is a modern parody using digital technology. Parody is one of the powerful methods of completing a work of art. Because parody brings the false consciousness of ideology to the surface. This raises an important question: What is the spirit that governs humanity today?

It is material.

The materialist worldview has turned the world upside down. Through its unique method of dismantling, postmodernism rejects all the values produced by modernism.

We are moving through a long tunnel of revolution. Can you see the end of this dark tunnel now? A new shadow of humanity is slowly emerging behind us, from the unknown light extending at the end of the tunnel.

After the dissolution of all the ideologies that shaped modernism, everything we knew will belong to the past. Do not be surprised. Western society has already accepted all of this. A new era, governed by a new ideology, is already coming into view. This is something that has already been predicted.

Religion has a dichotomous structure, like black and white, good and evil. Ideology has the same structure. Over the past fifty years, the religious cult of materialism has intensified in Western society. This is because material controls people. It has already been proven that human beings are not free from control.

Human consumption activities are extremely artificial. The city is full of artificial structures. Almost all human actions are fundamentally opposed to nature. This is the truth. What exactly are human beings? No one has the answer. Existential anxiety: this is the limitation of humanity. We are all deeply frightened within our souls. But we cannot prove what we are afraid of. This is where the whole problem begins.

Can you perceive the flow of the great revolution that leads to religion – labor – human sexuality? The revolution intended to resolve human alienation paradoxically leads to humans being dominated by materials. Now we must consider what the nature of this means and whether we are truly free from ideology.

My work began with an exploration of the relationship between human beings and the city. And today I stand before the authoritarian museum. I will open the door and enter. And I will announce that a new world lies before humanity.

I hope you do not misunderstand this. This is not a critique of capitalism. Criticism of capitalism is an outdated idea. Hegemony has already been taken over.

My work, on the contrary, is a critique of the ideology that governs humanity in a new era.

Let me briefly explain why I use beverage cartons. This is because they are available through artificial consumption in artificial spaces. Through consumption, the religious cult of humanity has accelerated, as mentioned above. I will parody the sculptures of the Louvre using already-consumed beverage cartons. And when this is done, the ideology governing the new age will be expressed through the work.

The Power of Time

The Kongresshalle Nürnberg is a building that is still perceived today as a symbol of the totalitarian power of National Socialism. Every time I stand in front of this building, I think about history and about humanity.

I am Korean and have lived in Germany for about sixteen years. At first, Germany was a country with a different language, a different culture and a different appearance. Today, I experience this country as familiar. That is why I often compare Germany and Korea and ask myself what differences exist between them.

In doing so, I became aware of the words “guilt” and “apology.” I do not believe that these concepts can be completely translated into Korean. Language always carries with it the history and understanding of humanity within a society.

For many years, I have been concerned with the question of what an individual actually is. For me, an individual is not simply a single human being. It is a person who possesses freedom and can take responsibility. A person who stands by their actions while recognizing other people as equal individuals.

In my view, the development of Western civilization is closely connected with the emergence of this new understanding of the human individual. Germany is historically at the center of this development. For me, the fact that Germany was able to find its way back to a democratic society after the experience of National Socialism is also connected to this understanding of the individual.

Article 1 of the German Basic Law begins with the words: “Human dignity shall be inviolable.” All state authority is obliged to respect and protect it. This sentence remains the foundation of German democracy to this day.

For me, therefore, the word “apology” means more than a mere linguistic gesture. It refers to the human ability to take responsibility for one’s actions. Freedom and responsibility are inseparably connected.

Today, however, I would also like to draw attention to something else. Not far from here, on the other side of the divided Korean Peninsula, people continue to live under a brutal dictatorship. Political prison camps are not a memory of the past there, but a reality of the present. Many people live without freedom and without hope for a self-determined life. In other parts of the world, too, people are oppressed because of political, religious or social circumstances.

I wish that we would not forget these people. Human dignity is not a national principle, but a universal one.

During my engagement with the Kongresshalle, I learned that the building was originally intended to reach a height of 70 meters. However, construction was halted with the beginning of the Second World War. The building remained unfinished at approximately 40 meters high.

Today, this incompleteness appears to me as a powerful symbol. The totalitarian ambition to permanently control history and society remained unfinished. Today, in this space, we no longer speak of power and submission, but of art, memory and freedom.

My works are made from recycled beverage cartons. This material carries traces of consumption, production and everyday life. By transforming it into sculptures, I turn my attention to the materialized reality of our present.

We live in a time in which material values have often become a measure of human existence. Success, status and recognition are frequently defined through possession, performance and comparison. But I ask myself whether human beings can truly be reduced to material processes.

If human emotions were merely material phenomena, we would not be able to empathize with the feelings of others. Yet the ability to empathize shows that human beings are more than material beings. We can share the joy, suffering, hope and fear of others. It is precisely through this that we recognize one another as equal human beings.

Therefore, for me, the individual is not a cold or isolated concept. An individual is a person who is capable of perceiving others, empathizing with them and taking responsibility for them.

In this place, I therefore want to ask whether materialism itself can become a form of domination. People and entire groups become trapped in an endless competition to prove themselves. In order to gain a feeling of superiority, others are devalued, excluded or even bullied. One’s identity is no longer derived from our shared humanity, but from comparison with others.

I see this as one way in which the ideology of materialism affects people. It directs our attention toward competition rather than compassion, superiority rather than dignity, possession rather than humanity.

With my works, therefore, I do not want merely to create objects. I want to ask questions: How do we want to live together? What makes us human? And how can we preserve the dignity of the individual without losing sight of others?

Perhaps the answer lies not in what we possess, but in our ability to recognize the freedom, dignity and vulnerability of others as something that belongs to ourselves as well.

Curtain N°1, 2024

We are living in a period of social and political transformation. There has been a strong retreat into private and domestic life, encouraged by the COVID-19 pandemic. Working from home instead of going to the office, shopping for goods online, and having groceries delivered directly to our homes – many of us hardly need to set foot outside the house anymore to fulfill our daily needs.

At the same time, problems such as loneliness, depression and burnout continue to increase. An ever-growing distance is emerging between the individual and what we call the community – even though social media suggests the opposite. Online, one is always in the middle of everything. But as soon as we put down our smartphone, we are sitting alone on the sofa again.

The project Curtain N°1 addresses this growing distance between the individual and the community and the loneliness that results for many people.

The curtain is made of silver-colored, opaque beverage cartons and functions like a wall that prevents any view of the other side. The beverage carton is a consumer product that is used and consumed – an allusion to our materialistic society, which tries to drown its frustration in shopping and thereby produces more and more waste.

The large 3D curtain was designed using a computer program. All individual parts were then carefully cut out by hand, glued together and connected with a structure made of wooden sticks, hot glue and thread.

Laocoön Group, 2020–2021

The ancient Greek sculpture Laocoön Group in the Vatican was long regarded as the original. However, it is believed that a bronze version originally existed and was later destroyed. Since the rediscovery of the sculpture, numerous copies have been made and praised for their beauty. These reproductions soon became symbols of wealth and prestige – and the name from Greek mythology has survived to this day.

Today, it is easy to find a 3D file of these replicas on the Internet. I parodied this work using beverage cartons in order to point to the spirit and distorted mythological perception of our present.

The treatment of the material is directly connected to the finished object – the material itself is significant. Beverage carton is a cylindrical container for consumer goods whose surface carries information about the product – graphic designs intended to stimulate consumption.

After use, this material is simply thrown away. If one does not consciously consider this material, one cannot understand either the work or my intentions. The material has assumed authority. It stimulates human desire. Consumption has become a form of worship of the material – and this is the spirit of our time.

The Thinker, 2019

The tension flowing through the body of the tormented man makes me think about who I am and why I exist.

When I created this work, I had never personally seen Rodin’s The Thinker – and precisely this circumstance was a decisive aspect of the work.

The sculpture is so famous that many people immediately recognize it, even if they have never seen the original with their own eyes. This is a form of simulacrum.

For me, my sculpture was identical to the original – precisely because at that time I had never seen the original.

This raises the question: What does originality really mean?

The Veiled Vestal

This bust is a parody of the work The Veiled Vestal by the nineteenth-century artist Raffaele Monti.

The work was created using the working method of “Digital Parody,” which I developed for the 2020s.

The purity and mystery symbolized by Monti’s original are reinterpreted within the newly created digital space of human history – and recreated through used beverage cartons, a symbol of modern consumer society.

With this work, I examine the relationship between original and simulacrum, classical and modern, as well as matter and spirit.

Spartacus (Louvre Project N°2), 2021–2022

Art is part of human history – its works are visible fragments of ideologies and expressions of human experience. The Louvre, as a place of cultural authority, brings together countless testimonies of this history, including the sculpture Spartacus, which now exists in digitized form.

In his work, Park parodies the original by combining digitally reproduced data with used beverage cartons. He calls this process “digital parody” – a strategy that creates a simulacrum and renegotiates the idea of originality.

In a digital world, he thus investigates the meaning of the “original” and, through the material, reflects the structures of a global consumer society – a reflection of humanity today.

The figure of the slave and gladiator Spartacus, who rose against power more than 2,000 years ago, was immortalized in marble by Denis Foyatier in the nineteenth century. To this day, he stands as a symbol of resistance against injustice.

The sculpture made from recycled beverage cartons directs attention toward what is essential – toward what truly has meaning for human life beyond the material – while simultaneously reflecting a fragment of our present.